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Jahr 2021

10.2021:
Endlich wieder richtige Schule! – Repräsentativbefragung von Kindern

95% der 6- bis 13-jährigen Schüler in Deutschland, also fast jede oder jeder, können dem Beginn des neuen Schuljahres nach den Corona-Wirrungen etwas Positives abgewinnen. Nur 5% hätten noch gerne „länger Ferien zu Hause gemacht“ oder finden: „Zu Hause ist es schöner“.

Das ist ein Ergebnis einer aktuellen, im September und Oktober 2021 durchgeführten repräsentativen Studie, für die das Münchner Meinungsforschungsinstitut iconkids & youth mittels persönlicher Interviews insgesamt 822 Schulkinder im Alter von 6 bis 13 Jahren befragt hat.

Worauf haben sich die Kinder im neuen Schuljahr „am meisten gefreut“?

Für 70% steht der soziale Aspekt im Vordergrund, also das Zwischenmenschliche. Ganz vorne: die Freunde wieder täglich zu treffen (36% geben dies an). Denn: Mit den Freunden kann man zum Beispiel mit Sammelkarten spielen oder sich über Themen austauschen. „Ich war gespannt, was meine Freundinnen zu meiner neuen Frisur sagen werden“, erklärt eine 13-Jährige.

Die Kinder freuen sich des Weiteren auf andere Mitschüler (16%) und darauf, neue Schüler und damit auch neue Freunde kennenzulernen (5%).

Immerhin 10% finden es toll, ihre Lehrer wieder zu sehen.

Was bedeutet es für den Schulunterricht, dass er wieder regelmäßig in der Schule stattfinden kann?

15% der befragten Kinder finden es cool, dass es keinen Distanzunterricht mehr gibt und sie endlich wieder ohne Tablet und Computer gemeinsam mit anderen Schülern im Klassenraum lernen können. Dementsprechend gibt ein 13-jähriger Junge an: „Auf vernünftigen Unterricht freue ich mich am meisten. Zu Hause war das irgendwie nicht möglich. Wir haben online fast gar nichts gelernt.“ Ein 12-jähriges Machen meint dazu: „Über das Tablet dem Unterricht zu folgen war irgendwie zu chaotisch und zu anstrengend, aber in der Klasse macht es wieder mehr Spaß“

Weitere 7% weisen explizit darauf hin, dass es endlich wieder richtigen Sportunterricht gibt.

Dass zu Hause nicht alles eitel Sonnenschein war und ein Tapetenwechsel gut tut, darauf weist auch eine 11-Jährige hin: „Toll, dass ich nicht mehr den ganzen Tag mit meinem doofen Bruder auf der Bude hocken muss.“

Ein ganz besonderes Highlight der Jüngeren: Ein Fünftel der 6- und 7-Jährigen (21%) findet es klasse, richtig eingeschult worden zu sein: „Ich bin erst eingeschult worden, deshalb habe ich mich besonders auf meinen 1. Schultag gefreut – und auf meine große Schultüte,“ bringt ein 7-Jähriger sein Gefühl auf den Punkt.

Pressemitteilung vom 25. Oktober 2021

Jahr 2020

10.2020:
Typisch Mädchen, typisch Junge! 94 % der Mütter sagen: Mein Kinder entspricht den Geschlechter-Klischees.

Deutsche Mütter nehmen ihre Kinder in Bezug auf deren Interessen und Geschmack überwiegend als „typische Mädchen“ bzw. „typische Jungen“ wahr: 61 % beschreiben ihre Kinder als „absolut typisch“, weitere 33 % als in diese Richtung gehend, „wenn auch nicht immer“.

Das ist das Ergebnis einer im März und April 2020 durchgeführten repräsentativen Studie, für die das Münchner Meinungsforschungsinstitut iconkids & youth mittels persönlicher Interviews insgesamt 744 Mütter von Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren befragt hat.

Nicht einmal 1 % der Mütter sieht im eigenen Kind genau das Gegenteil der gängigen Geschlechter-Klischees und auch nur 5 % beobachten zumindest eine Tendenz zu nicht geschlechtsspezifischem Verhalten.

Der Anteil der „absolut typischen“ Kinder ist bei Jungen mit 65 % deutlich höher als bei Mädchen (57 %). Im Altersverlauf sind die 8- und 9-Jährigen mit 65 % am stärksten in den gängigen Verhaltensweisen und Präferenzen verwurzelt (6-7 Jahre: 59 %, 10-12 Jahre: 60 %). Entsprechend sind Jungen im Alter von 8-9 Jahren mit 71 % auch die Gruppe mit dem höchsten Wert an „typischen“ Kindern, der niedrigste Anteil findet sich bei Mädchen im Alter von 10-12 Jahren mit trotzdem immer noch 55 %.

Auffällig ist, dass der Anteil „absolut typischer“ Kinder in Familien mit Migrationshintergrund höher ist (Kinder mit Migrationshintergrund 67 %, ohne: 58 %) sowie mit steigender formaler Bildung der Eltern abnimmt (Haushaltsvorstand hat Volks-/Hauptschulabschluss: 63 %, Abitur / Hochschulabschluss: 58 %).

Projektleiter Axel Dammler erklärt diese Ergebnisse auch mit den Einstellungen der Mütter: „Viele geben das weiter, womit sie in ihrer eigenen Kindheit aufgewachsen sind. So stärken sie oft unbewusst die klassischen Geschlechterpräferenzen.“ Er weist aber auch darauf hin, dass aus diesen Erkenntnissen Konsequenzen gezogen werden müssen: „Eine radikale Abkehr von tradierten Modellen stößt nicht nur viele Mütter, sondern auch die Kinder vor den Kopf: Damit erzeugt man nur Ablehnung. Es ist wichtig, Kinder und Mütter bei ihren gegenwärtigen Einstellungen und Vorlieben abzuholen und dann Brücken zu einer offeneren Gesellschaft zu bauen.“

Pressemitteilung vom 10. September 2020

Kinder und Jugendliche geben durch Corona weniger Geld aus. Digitale Angebote und die Spielzeugindustrie profitieren aber.

Während der Corona-Krise haben Kinder und Jugendliche monatlich 21% weniger Geld ausgegeben als noch vor einem Jahr: Waren es im März und April 2019 noch 1,7 Mrd. Euro pro Monat, sind es 2020 nur noch 1,3 Mrd. Euro.

Das ist ein Ergebnis der neuen, im März und April 2020 durchgeführten repräsentativen Studie Trend Tracking Kids®, für die das Münchner Meinungsforschungsinstitut iconkids & youth mittels persönlicher Interviews insgesamt 1487 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 19 Jahren befragt hat. Die Zahlen basieren auf Hochrechnungen („Wieviel hast du dafür in der letzten Woche ausgegeben“).

Der dramatischste Rückgang zeigte sich erwartungsgemäß bei der Gastronomie: Die Ausgaben für das Weg- und Essengehen brachen um 60% ein und lagen bei nur noch 80 Millionen Euro monatlich. Im Jahr davor waren es 200 Millionen Euro. Für Imbissbuden und Fastfood gaben die Kids 36% weniger aus (statt 119 Millionen Euro pro Monat 2019 sind es 2020 nur noch 76 Millionen Euro), für Getränke 30% (Rückgang von monatlich 128 Millionen Euro auf 90 Millionen Euro).

Neben der Gastronomie hat der Lockdown den Textil- und Accessoires-Bereich stark getroffen, der bei den jungen Leuten ein Minus von 22% hinnehmen musste. Allerdings war es immer noch der Bereich, für den mit monatlich 288 Millionen Euro am meisten ausgegeben wurde (2019: 369 Millionen). Dass der Rückgang nicht noch größer war, liegt am Onlinehandel und daran, dass im März zeitweise noch viele Einzelhandelsgeschäfte geöffnet hatten.

Es gibt aber auch Profiteure der Corona-Krise: Offerten, mit denen die Kinder und Jugendlichen zu Hause die Langeweile bekämpften. Bei den Jugendlichen sind dies insbesondere digitale Angebote: Die Ausgaben für Musik- / Film-Downloads aus dem Internet nahmen um 175% zu. Sie verdreifachten sich damit fast, von monatlich 10 Millionen Euro auf 28 Millionen Euro. Für Computerspiele oder den PC-Bedarf wurden 80% mehr Taschengeld locker gemacht (Ausgabensteigerung: von 28 Millionen Euro pro Monat im März/April 2019 auf 51 Millionen Euro im Jahr 2020).

Gute Geschäfte mit den Kindern machte der Spielzeughandel. Die Ausgaben des Nachwuchses für Spielzeug erhöhten sich um 40% und lagen bei 19 Millionen Euro im Monat. Dies sind fast 6 Millionen Euro mehr als vor einem Jahr.

Übersicht über die Ausgaben

Durchschnittliche monatliche Ausgaben der 6- bis 19-Jährigen, in Millionen Euro, erhoben im März und April 2019 2020 Veränderung
Bekleidung, Mode, Schmuck 368 288 -22%
Hobbies 85 97 +14%
Getränke 128 90 -30%
Weggehen / Essengehen, z.B. Disco / Restaurant (nur 16- bis 19-Jährige befragt) 200 79 -60%
Körperpflege, Haarpflege 89 76 -15%
Handygebühren 68 76 +11%
Fastfood, Imbissbuden 119 76 -36%
Fahrrad / Mofa / Moped 91 74 -18%
Süßigkeiten, Eis 83 68 -18%
Zeitschriften, Bücher, Comics 53 54 +2%
Computer / -software, Videogames 28 51 +80%
Sachen fürs eigene Zimmer 79 49 -39%
Eintrittskarten 80 48 -39%
Sport, Sportartikel 50 43 -12%
salzige Knabbersachen, Chips 42 36 -12%
Rauchen (nur 16- bis 19-Jährige befragt)) 34 30 -9%
Musik- / Film-Downloads aus dem Internet 10 28 +175%
Spielzeug, Sachen zum Sammeln 13 19 +40%
Schulsachen, Schule, Nachhilfe 25 16 -36%
Apps u. In-App Käufe 10 14 +30%
DVD/Videos (gekaufte od. ausgeliehene) 11 8 -28%
Musik/Hörspiel-Kassetten / CD’s 7 4 -51%

 

Quelle: Trend Tracking Kids® 2020

Pressemitteilung vom 27. Mai 2020